Samstag, 4. April 2009

Tarzans Vater war ein Söldner

Es gibt ein paar Tarzan-Filme und wahrscheinlich noch mehr Comics, in denen Söldner als finstere Schurken auftreten. Geldgierig und skrupellos sind sie die idealen Widersacher für den Herrn des Dschungels.

Allerdings sind das wie allzu oft abgedroschene Banalitäten. Die Wirklichkeit ist ein klein wenig komplexer. Hier stammt die Idee zur Figur nämlich von dem schwedischen Söldner Ivor Thord-Gray (1878-1964), den man also mit gutem Recht als seinen geistigen Vater bezeichnen könnte.

Thord-Gray war das, was man einen notorischen Söldner bezeichnen könnte. Wir wollen hier nur die wichtigsten Stationen seines bewegten Lebens nennen: Er kämpfte im Burenkrieg, dann in Transvaal und im Krieg gegen die Zulus. Es folgte eine kurze Zeit in der chinesischen Revolution. In Mexiko wurde er Kommandeur der Artillerie von Pancho Villa. Anschließend diente er auf britischer Seite im Ersten Weltkrieg. Sofort danach zog er mit dem kanadischen Expeditionskorps nach Sibirien und schloss sich dort den Weißen an.

Später lebte er dann ruhiger in Schweden. Von dort berichtete in einem Brief an den "Adventures Club' in New York von einem seltsamen Erlebnis während seiner Zeit in Südafrika. Er hatte dort während einer Patrouille gehört, dass Paviane bei Drakensberg ein weißes Kind geraubt hatte. Als er viele Jahre später wieder in die selbe Gegend kam, beobachtete er in einer Schlucht eine Gruppe von Pavianen. Einer von ihnen war weiß und blond. Bei der Verfolgung stürzte dieser ab und starb. Thord-Gray brachte den Leichnam dann zu den Eltern des vermissten Kindes, und diese identifizierten ihren Sohn.

Ob wahr oder gutes Jägerlatein, auf jeden Fall erfuhr Edgar Rice Burroughs, der gerade nach neuem Stoff für einen Roman suchte, davon. Und so entstand schließlich Tarzan.

Kommentare:

  1. IIIIIIIIIIIaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhh!
    Vorher gabs ja auch schon Mowgli, Tarzan ist ist die banalisierte PULP-Version davon.
    Das Titelbild ist übrigens von Joe Kubert, der sich vorher durch Comics über den Korea-Krieg einen Namen gemacht hat.

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