Dienstag, 22. Februar 2011

Kampfschweine und die Ehre

Vor kurzem gab es noch einen Bundespräsidenten, der etwas Wahres aussprach, und dann zurücktrat, als er dafür völlig zu Unrecht angegangen wurde. Ich habe das irgendwie bedauert, aber wahrscheinlich wars ja richtig, da er sich als zu dünnhäutig, zu sensibel für den Job erwiesen hatte.

Ein sensibler, ehrenhafter Mann, so was taugt weiß Gott nicht zum Politiker. Das ist es doch ein echter Segen, dass es Männer von altem deutschen Adel gibt, die auch noch so wetgelimprägniert sind, dass einfach alles an ihnen abperlt; echte Kampfschweine eben. So ein Mann hält vor jedem Untersuchungsausschuss stand, selbst wenn er den letzten General (zur Not tuns auch Marineoffiziere) dafür ans Messer liefern muss.

Montag, 7. Februar 2011

Die Überheblichkeit der Satten

Zuerst war ich natürlich hoch erfreut als ich ein Rezensionsexemplar der Zeitschrift "Militärgeschichte" erhielt, in der die Internetseite Kriegsreisende äußerst wohlwollend besprochen wird. Dickes Lob vom MGFA, der offiziellen Heimat der deutschen Militärgeschichtsschreibung, da möchte man nicht klagen. Vielleicht nur ein paar Dinge richtig stellen. So bemängelt der Rezensent die fehlenden Quellenangaben und die fehlenden Namen der Autoren. Quellen werden in populärwissenschaftlichen Zeitschriften, die ich zwar unregelmäßig aber in großer Zahl durchsehe nur in seltenen Ausnahmen angegeben. Na ja, und die Autoren. Überstieg es sein Vorstellungsvermögen, dass fast alles (wie angegeben) aus der selben Feder stammt? Scheint irgendwie so.

Was mich allerdings wirklich ärgert, ist seine Kritik der Google-Werbung. Nicht dass mir die gefiele, aber wo sind wir denn? Selbst Zeitschriften, die man käuflich erwerben muss, sind bis zur Schmerzgrenze voll mit Werbung. Dennoch haben es Geschichtsmagazine ausgesprochen schwer. Tja, und dann gibt es dann noch das absolut werbefreie Paradies "Militärgeschichte". Rundum betrieben von Beamten, satt finanziert mit Steuergeldern hat man es nicht nötig Werbung reinzupacken. Und das finde ich schön, wunderbar. Um so mehr finde ich es eine Dreistigkeit, wenn so ein von Steuergeldern verwöhnter Schreiber über Werbung klagt, über Werbung in einem Magazin, das nun seit fast 10 Jahren hauptsächlich mit Idealismus betrieben wird. Google bringt vielleicht 70 Euro im Monat und deckt dadurch in etwa die Unkosten, damit ich mir nicht völlig als Idiot vorkomme.

Abschließend muss ich mich also fragen, was man dort im Elfenbeinturm des MGFA wirklich von der harten, realen Welt weiß, in der man manchmal auch Geld verdienen muss. Man kann auch Söldner so schön kritisieren, wenn man mit Pensionsanspruch im Warmen hinter dem Schreibtisch sitzt. Andere schlagen sich draußen rum, ohne Netz und doppelten Boden, und tun trotzdem ihr bestes.

Samstag, 22. Januar 2011

Kongo Didi

Ich habe gerade durch Zufall einen alten Film von Blödel Didi Hallervorden entdeckt: Didi und die Rache der Enterbten (1985)

Die besten Szenen sind auch bei Youtube zu finden. Didi mimt hier den Komü. Wenns auch mit dem Söldnerleben wenig zu tun hat, so zeigts doch einiges davon, was man sich einst so drunter vorstellte. Populäre Mythen.

Samstag, 15. Januar 2011

Angola 1975

Sehr sehenswerter Clip bei Youtube zu den Ereignissen in Angola 1975 (siehe dazu Artikel: Ex-Paras in Angola). Dabei eine seltene Szene mit britischen Söldnern, darunter "Callan" und "Shotgun-Charlie".

Beonders beeindruckend aber ein Interview mit dem alten Dave Tomkins: "We did kill, when we had no particular reason to. And we tortured to achieve information that they probably didn’t have. And this was not captured enemy soldiers, these were probably just civilians. And that atmosphere permeated it’s way to the whole unit. We were just a loose band of bandits with a very dangerous leader."

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Das Buch

Anscheinend haben sich schon einige Leser gefragt, ob Kriegsreisende langsam am einschlafen ist, da nicht mehr so viele Artikel erscheinen. Es ist aber eher das Gegenteil der Fall. Da ich seit einigen Monaten an einem Buch zum Thema arbeite, das nächstes Jahr unter dem Titel "Eine kleine Geschichte der Söldner" erscheinen soll, bleibt mir für Kriegsreisende kaum noch Zeit.

Ich habe auch nicht vor nach dem Erscheinen des Buchs, die Arbeit an Kriegsreisende einzustellen. Wie meine treuen Leser inzwischen sicher wissen, sind Söldner ein viel zu komplexes und facettenreiches Thema, um es einfach in einem Buch abzuhandeln. Ständig findet man neues (altes), das wiederum mit anderen Sachen in Verbindung steht; das Internet ist deshalb wahrscheinlich im Moment sogar das ideale Medium.

Das heißt natürlich nicht, dass ich mich nicht darüber freue, wenn sich möglichst viele Leute das Buch kaufen, wodurch sich wahrscheinlich auch die Besucherzahlen von Kriegsreisende erhöhen werden.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Shadow Company

Der äußerst sehenswerte Dokumentarfilm Shadow Company ist jetzt komplett in 9 Teilen bei Youtube zu sehen.

Besonders beeindruckend ist dabei natürlich Söldnerlegende Neall Ellis, der für Executive Outcomes in Sierra Leone einen Hind-Helikopter flog, und dann später als one-man-show das Rückgrat der dortigen Streitkräfte bildete.

Samstag, 18. Dezember 2010

An den Feuern der Leyermark

Es handelt sich hier um eine Was-wäre-wenn-Geschichte, die zur Zeit des preußisch-österreichischen Krieges angesiedelt ist. Ein bayrischer Beamter kauft aus Restbeständen des amerikanischen Bürgerkrieges 560 Repetiergewehre, so genannte "Godfrey-Rifles". Dabei ist ihm aber nicht bewusst, dass er mit den Gewehren gleich die dazu gehörenden Scharfschützen bestellt hat.

So treten diese 560 Abenteurer als Söldner in den Dienst des bayrischen Staates und machen mit ihren Repetiergewehren mit der preußischen Armee schnell Schluss. Anschließend entwickelt sich unter ihrem Einfluss zuerst Bayern dann ganz Deutschland zu einer Art Mischung aus Räterepublik und Schweizer Eidgenossenschaft. Man braucht eigentlich nicht zu erwähnen, dass danach solche Katastrophen wie der Erste, der Zweite Weltkrieg und der Nationalsozialismus entfallen. So retten amerikanische Söldner die deutsche Geschichte.

Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam geschrieben aus der nicht ganz gewöhnlichen Perspektive eines katholisch-bayrischen Anarchisten. Carl Amery war eben ein ungewöhnlicher Denker und kein 08/15 Autor.

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