Montag, 7. Februar 2011

Die Überheblichkeit der Satten

Zuerst war ich natürlich hoch erfreut als ich ein Rezensionsexemplar der Zeitschrift "Militärgeschichte" erhielt, in der die Internetseite Kriegsreisende äußerst wohlwollend besprochen wird. Dickes Lob vom MGFA, der offiziellen Heimat der deutschen Militärgeschichtsschreibung, da möchte man nicht klagen. Vielleicht nur ein paar Dinge richtig stellen. So bemängelt der Rezensent die fehlenden Quellenangaben und die fehlenden Namen der Autoren. Quellen werden in populärwissenschaftlichen Zeitschriften, die ich zwar unregelmäßig aber in großer Zahl durchsehe nur in seltenen Ausnahmen angegeben. Na ja, und die Autoren. Überstieg es sein Vorstellungsvermögen, dass fast alles (wie angegeben) aus der selben Feder stammt? Scheint irgendwie so.

Was mich allerdings wirklich ärgert, ist seine Kritik der Google-Werbung. Nicht dass mir die gefiele, aber wo sind wir denn? Selbst Zeitschriften, die man käuflich erwerben muss, sind bis zur Schmerzgrenze voll mit Werbung. Dennoch haben es Geschichtsmagazine ausgesprochen schwer. Tja, und dann gibt es dann noch das absolut werbefreie Paradies "Militärgeschichte". Rundum betrieben von Beamten, satt finanziert mit Steuergeldern hat man es nicht nötig Werbung reinzupacken. Und das finde ich schön, wunderbar. Um so mehr finde ich es eine Dreistigkeit, wenn so ein von Steuergeldern verwöhnter Schreiber über Werbung klagt, über Werbung in einem Magazin, das nun seit fast 10 Jahren hauptsächlich mit Idealismus betrieben wird. Google bringt vielleicht 70 Euro im Monat und deckt dadurch in etwa die Unkosten, damit ich mir nicht völlig als Idiot vorkomme.

Abschließend muss ich mich also fragen, was man dort im Elfenbeinturm des MGFA wirklich von der harten, realen Welt weiß, in der man manchmal auch Geld verdienen muss. Man kann auch Söldner so schön kritisieren, wenn man mit Pensionsanspruch im Warmen hinter dem Schreibtisch sitzt. Andere schlagen sich draußen rum, ohne Netz und doppelten Boden, und tun trotzdem ihr bestes.

Kommentare:

  1. Möglicherweise darf man die "Kritik" in diesem Fall auch nicht allzu ernst nehmen - vielleicht will man seitens des Rezensenten bei all dem Lob nur nicht zu unkritisch erscheinen und versucht sich dann eben an etwas Kleinkrämerei.
    Da ich Kriegsreisende seit jeher als (methodisch einwandfreies) populärwissenschaftliches Magazin wahrnehme vermisse ich auch keine Quellenangaben, und der beim Copyright angegebene Name lässt zumindest bei mir nicht viele Fragen offen. Was die Werbung angeht: da möge man sich einfach mal vergleichsweise auf anderen Seiten umsehen....
    Wie auch immer, am besten zieht man auch aus so etwas noch Motivation um weiterzumachen...

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  2. Ich bin schon seit einigen Jahren Leser Ihres Magazins (hatte sogar mal ein Abo), und muss sagen, dass ich heute lieber Werbung in Kauf nehme, als mir das werbefreie, überhebliche "Geschwurbel" eines staatlich subventionierten Historikers aus seinem Elfenbeinturm anzutun!
    Machen Sie weiter so, werde auch mit Sicherheit Ihr Buch kaufen.

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  3. SPD und Grüne bejahen das Vorhaben, warnen vor Söldnern

    Von SPD und Grünen wird der Vorstoß weitgehend unterstützt. Allerdings dürfe diese Praxis nicht zu einer Söldnerarmee wie der französischen Fremdenlegion führen, sagten die Verteidigungsexperten Omid Nouripour (Grüne) und Hans-Peter Bartels (SPD) „Welt Online“. „Grundsätzlich ist gegen den Einsatz von Ausländern nichts einzuwenden“, sagte Bartels. „Aber er darf nicht mit dem Wehrdienst anderer Staaten konkurrieren.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article12530529/Guttenberg-holt-Auslaender-in-die-Bundeswehr.html

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  4. Danke für den Tipp.
    War ja eigentlich klar. Wenn's in Richtung Berufsarmee geht, kommen auch bald die Ausländern. Fragt sich nur, wann es die Staatsbürgerschaft für den Wehrdienst gibt.
    http://www.kriegsreisende.de/wieder/greencard.htm

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