Donnerstag, 13. August 2009

Händler des Todes verhaftet

Vor ein paar Tagen wurde in Thailand der russische Waffenhändler Viktor Bout verhaftet. Einem größeren Publikum ist er vor allem deshalb bekannt, da er als Vorlage für die Hauptfigur des Films "Lord of War" mit Nicolas Cage gedient haben soll.

Bout liefert seit vielen Jahren leichtes und schweres Kriegsgerät in fast alle Krisenregionen der Welt. Zu seinen Kunden gehörten die Taliban, die kolumbianische FARC, die Rebellen in Liberia, der Sudan, angeblich auch al-Qaida.

Zum Stolperstein wurden seine Lieferungen an die FARC, da mit diesen Waffen auch US-Bürger getötet worden sein sollen. Deshalb wird er in den USA gesucht und nun seine Auslieferung aus Thailand gefordert.

Allerdings ist man in Thailand von diesen Argumenten nicht so überzeugt, so dass sich der Prozess in die Länge ziehen kann. Man kann auch vermuten, dass wichtige amerikanische Stellen die Auslieferung heimlich hintertreiben, da man nicht möchte, dass er aussagt, was er vielleicht im Auftrag der CIA vor Jahren alles so ausgeliefert hat. Man sollte hier nur an das schöne Ende des Films "Lord of War" denken, als der mit so viel Aufwand Verhaftete dem eifrigen Polizisten die echten Machtstrukturen erklärt und lächelnd aus dem Gefängnis spaziert.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung
am ausführlichsten ist der Bericht in der New York Times

Kommentare:

  1. Als Nicolas Cage sah der aber besser aus ... ;-)
    SCNR

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  2. Diese Meldung ist überholt, dem Focus zufolge könnte er bald wieder frei kommen.

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  3. Das erstaunt micht nicht. Wie gesagt habe ich sowas erwartet, da wohl niemand will, dass Bout richtig auspackt. Ist in dem Film übrigens schön zu sehen.

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  4. Ich möchte den Anlass nutzen um auf zwei Bücher hinzuweisen, die mich kürzlich beeindruckt haben: Douglas Farah & Stephen Brauns MERCHANT OF DEATH (Wiley & Sons, 2007)ist eine intelligente Bestandaufnahme von Bouts Geschichte - bis 2007 -, seine Umtriebe und die Hintergründe der für ihn profitablen Konflikte. Farah war Chef des Afrika-Büros der Washington Post und ist trotzdem kein Naivling.
    Sehr beeindruckt hat mich das ebenso gut geschriebene wie informative MY FRIEND THE MERCENARY (Cannongate, 2010) desbritischen Starjournalisten James Brabazon. Er erzählt selbstkritisch über seine Freundschaft mit dem Ex-EO-Söldner Nick du Toit, mit dem er als einziger Journalist den Liberianischen Bürgerkrieg auf Seiten der LURD gecovert hat (die beschriebene Ignoranz britischer Medien erinnert fast an deutsche Verhältnisse). Aus dem Bodyguard wurde ein Freund und Brabazon erzählt Abläufe und Hintergründe des Wonga-Coups (Äquatorial-Guinea), der du Toit eine üble Gefängnisstrafeeinbrachte, zeigt die Verlogenheit des Westens auf, wenn es darum geht sich gut mit Kannibalen zu stellen um ans Öl zu kommen, Dabei ist Brabazon ein extrem guter Autor und Andy McNab und Sebastian Junger loben das Buch über den grünen Klee. Ein m.E. ausgesprochen intelligentes und ergreifendes Buch, dass auch in die Liste der KRIEGSREISENDE.DE-Bibliographie gehört.

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