Mittwoch, 5. Mai 2010

Legionäre und Deserteure

Ganz anders als die untereiander zerstrittenen Griechen, waren Söldnerdienste für die Römer eigentlich ungewöhnlich. Mehr sogar als das, sie waren "unpatriotisch" da Rom sozusagen das Monopol auf jeden hatte, der bereit war in den Krieg zu ziehen. Bei römischen Söldnern handelte es sich deshalb fast ausschließlich um Deserteure, aber auch von diesen gab es nicht wenige. Es gibt praktisch kaum einen Krieg Roms in dem sie nicht auf der Gegenseite zu finden sind. Dies ist um so erstaunlicher, da ja gerade die ehemaligen Legionäre wissen mussten, wie schlecht die Chancen gegen Rom standen. Feiglinge können es also nicht gewesen sein; ganz im Gegenteil, oft stellten sie die mit Abstand besten Truppen von Roms Gegnern.

Kommentare:

  1. Ein Wort zu dem "römischen Legionär" mit der lorica aus gelbem Leder, dem roten scutum, dem pilum in der Rekonstruktion von Lindenschmidt und dem eigenartigen, an einen Integralhelm erinnernden cassis (der m.E. ein Gladiatorenhelm ist): Als Schuljunge habe ich (glaube 1976 war das) diesen "Legionär" zum ersten Mal gesehen, und zwar im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle, und seitdem begegnet er mir immer wieder. Lange hab ich mich gefragt, wer wohl dieses Bild in die Welt gesetzt haben mag, das vermutlich jeder schon einmal gesehen hat.
    Ich habe eine VERMUTUNG. Max Jähns erwähnt auf S. XXIII seiner Einführung zu August von Cohausens "Die Befestigungsweisen der Vorzeit und des Mittelalters" (1898; Nachdruck 1995), daß Ing.-Oberst v. Cohausen "im November des nächsten Jahres (gemeint ist 1878) ... Seiner Majestät dem Kaiser (Wilhelm I.) während dessen Aufenthalt in Wiesbaden einen Soldaten des 80. Infanterieregiments in der Ausrüstung eines römischen Legionärs vorzustellen" die Ehre hatte. Einen älteren Versuch einer "Lebendrekonstruktion" eines Legionärs kenne ich nicht. Könnte es sein, daß "mein" Legionär der immer weiter tradierte verkleidete Soldat des 60. IR von 1878 ist??

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  2. Das ist durchaus möglich, da ja auch damals schon viel kopiert wurde.
    Einige der Abbildungen von Viollet-le-Duc findet man noch in leicht abgewandelter Form in modernen Büchern.

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