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Samstag, 26. September 2015

Die große Pleite

Es ist sicher bekannt, dass private Sicherheits- und Militärunternehmen – so genannte PMCs – gerne überzogene Rechnungen stellen und manchmal für sehr viel Geld relativ wenig leisten. Wenn sich so ein Ereignis zu einem Skandal ausweitet, hat gleich jeder gewusst, dass von „Söldnerfirmen“ ja nichts anderes zu erwarten war.

Gen. Lloyd J. Austin III, United States Central Command
 Als Alternative zu solch dubiosen Anbietern, hat das Pentagon nun 500 (!) Millionen Dollar ausgegeben, um in Syrien eine Armee gemäßigter Kämpfer aufzustellen. Vor kurzem musste jedoch der zuständige General einräumen, dass nur noch ca 5 (!!) Kämpfer zur Verfügung stünden. Welcher private Anbieter könnte sich wohl so etwas erlauben?

Samstag, 4. Juli 2015

Die Veteranen von Executive Outcomes

Executive Outcomes gilt sozusagen als die Mutter moderner Söldnerfirmen und ist damit längst Geschichte; lange vorbei möchte man meinen.
1992 operierte die Firma erfolgreich in Angola, 1995 in Sierra Leone und wurde 1998 schließlich aufgelöst. Teile des alten Personals wurden mit der PMC Sandline und dem gescheiterten Putschversuch in Äquatorialguinea 2004 in Verbindung gebracht.

Man sollte dabei daran denken, dass es sich beim Kernpersonal um Angehörigen ehemaliger Eliteeinheiten der südafrikanischen Armee handelte, die also in den 70er und 80er Jahren aktiv waren. Das hält aber anscheinend einige nicht davon ab heute die nigerianische Armee aktiv bei ihrem Kampf gegen Boko Haram zu unterstützen, wobei sie inzwischen auch entscheidende Erfolge erzielt haben sollen.

Eeben Barlow
Die Söldner werden von der Firma STTEP (Specialized Tasks, Training, Equipment and Protection) vermittelt. Dort sitzt an entscheidender Stelle Colonel Eeben Barlow, 62 Jahre alt und einer der ehemaligen Gründer von Executive Outcomes.

Bei dem Einsatz in Nigeria wurde der Südafrikaner Leon Lotz durch irrtümlichen Beschuss eines nigerianischen Panzers getötet. Lotz war 59 Jahre alt und gehörte früher zur der Spezialeinheit "Koevoet". Ein anderer südafrikanischer Söldner soll an einem Herzinfarkt gestorben sein.

Die Ironie bei der Geschichte ist, das sich Nigeria seit dem Biafrakrieg immer ganz besonders für die offizielle Ächtung von Söldnern eingesetzt hat. Dabei hat der Staat jedoch immense Summen damit verdient seine eigenen äußerst unzuverlässigen Truppen an die UN zu vermieten. Da diese zahlenmässig sehr starke Armee jedoch nicht in der Lage war es mit Boko Haram aufzunehmen, mussten also wieder einmal die geschmähten Söldner herhalten.

Artikel
Telegraph (englisch)
Die Welt (deutsch)

Mittwoch, 18. Februar 2015

YouTube-Video

Ein Leser machte mich auf einYouTube-Video aufmerksam, in dem es mal wieder spektakulär um den Aufstieg der PMCs zur globalen Superpower geht.
Von diesen überzogenen Banalitäten mal abgesehen, sieht man aber auch einige Leute bei der Arbeit so z.B. als Bodyguards in Venezuela. Heißt bei Jobs, wo die lokale Polizei, ihrem Auftrag nicht ausreichend nachkommen kann oder auch nicht will.

Dienstag, 9. September 2014

Ein harter, staubiger Job

Sehr interessanter Artikel über das britische Sicherheitsunternehmen G4S und die Arbeit einiger Mitarbeiter im Südsudan.
Fern aller Action und Glorie, wie sie in Filmen und Computerspielen gerne verbreitet wird, machen diese Männer trotzdem eine äußerst harte und gefährliche Arbeit

Artikel bei Vanity Fair

Wer es liebr auf Deutsch hat, findet hier eine gekürzte Version

PS: Es scheint mir übrigens typisch, dass seit einiger Zeit, Artikel zu Söldnern, gerne in Lifestyle- Magazinen erscheinen.

Donnerstag, 7. November 2013

Krieg als Arbeit

Ein recht interessanter Vortrag über das Arbeitsfeld Contractor, gehalten am 2. November 2013 am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Der Historiker Klaas Voss analysiert hier sehr sachlich die Arbeitsbedingungen von Contractorn – heißt modernen Söldnern – und kommt dabei zu einigen äußerst ernüchternden Resultaten, ganz besonders was die einst legendären Verdienste betrifft.
(Bei Kriegsreisende war dies natürlich schon seit längerem zu lesen)

Der Vortrag als mp3Datei

Mittwoch, 14. November 2012

TV-Tipp: Billigjob Söldner

Während Machwerke wie "The Expendables" im Moment jeden realen Blick auf's Handwerk "Söldner" vernebeln und verstellen lässt eine TV-Dokumentation im ARD am kommenden Sonntag (So, 18.11.12 | 19:20 Uhr) auf echt erhellende Einblicke hoffen.

Im der Dokumentation geht es um die Rekrutierung von Sicherheitskräften aus Uganda. Viele der Männer dort sind an die Schrecken des Krieges gewohnt, arbeitslos und die 1.000 Dollar monatlich, die ihnen US-Firmen für den Dienst im Irak versprechen, sind für sie ein echtes Vermögen.

Allerdings bleibt es nicht dabei. Inzwischen werden einige der Anbieter ugandischer Söldner von anderen Firmen ausgebootet, da diese ihre Arbeitskräfte für 400 Dollar im Monat anbieten können.

ARD: Uganda - Afrikanische Söldner in der US-Armee

Montag, 23. Juli 2012

Söldner auf deutschen Schiffen werden legalisiert

Das Bundeskabinett verabschiedete letzte Woche ein Gesetz, das den Einsatz von Söldnern auf deutschen Schiffe erlaubt.
Damit werden längst bestehende Zustände endlich legalisiert. Seit einiger werden viele Schiffe von Söldnern geschützt, allerdings gehen die erst außerhalb problematischer Hoheitsgebiete an Bord, oder die Schiffe fahren gleich unter anderen Flaggen.
mehr dazu

Montag, 16. April 2012

Wie Söldner somalische Piraten jagen

Ein Artikel mit Video bei Spiegel-Online zeigt, wie Söldner einen Piratenangriff vor der somalischen Küste abwehren.

Recht interessant ist aber vor allem Dingen, dass der Artikel einräumt, dass Söldner anscheinend inzwischen als das einzige brauchbare Mittel gegen Piraten erachtet werden.

Mittwoch, 30. November 2011

Damages

Die amerikanischen Fernsehserie "Damages" ist meiner Meinung nach im Moment eine der besten Krimiserien: hervorragend angelegte Handlungsstränge und intelligenter Plot, gute Schauspieler usw.
In der neuen 4. Staffel (wahrscheinlich nur in Englisch verfügbar) legen sich Ellen Parsons und Patty Hewes (genial Glenn Close) mit einer PMC an.

Die Sache ist auch so gesehen interessant, da sich Patty Hewes in den anderen Staffeln so ziemlich alle Schweine vorgenommen hat, die der amerikanische Raubtierkapitalismus zur Zeit so hervorbringt (1. Grundstücksspekulation, 2. Umweltskandal, 3. Börsenbetrug). Und jetz ist es eben eine Sölderfirma, die für die CIA in Afghanistan die Drecksarbeit erledigen muss, auch dann noch nachdem diese Dinge offiziell längst gestoppt wurden.
Genial ist auch das pseudoreligiöse Geschwafel von Gott und Vaterland, das der Chef der PMC so gerne von sich gibt.
Die "Bösen" sind deshalb auch nicht die Söldner, die in Afghanistan nur geopfert werden, wie es den momentanen Interessen von Unternehmer, Geheimdiensten und Politikern gerade genehm ist.

Montag, 7. Juni 2010

Söldner bei Arte-TV

Ein interessanter Bericht vom Fernsehsender Arte, der Sendereihe Mit offenen
Karten - Die Privatisierung des Krieges:



empfohlen von einem unserer Leser.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Noch mehr Lärm um überhaupt nichts

Das ganze Getue um den Somalia-Einsatz einer deutschen "Söldnerfirma" erweist sich zusehends als Schaumschlägerei. Es ensteht dabei der Verdacht, dass besagte Firma und eventuell der somalische Warlord einfach in die Presse kommen wollten. Dabei wurde der Skandalhunger der Medien willig von den so genannten Experten Franz Feyder und Rolf Uesseler gefüttert, die anscheinend hauptsächlich am eigenen Ruhm arbeiten.
Aufgedeckt wurde dabei natürlich gar nichts, ganz im Gegenteil, eine Menge Staub aufgewirbelt und damit alles vernebelt.
Mehr dazu hier

Montag, 24. Mai 2010

Viel Lärm um Nichts

Zur Zeit zieht mal wieder ein großes Rauschen durch die deutsche Medienwelt. Eine deutsche Firma vermittelt über 100 deutsche Söldner nach Somalia. Wichtig ist natürlich das Wort "deutsch", ohne das wärs ja keine Meldung.

Es geht laut Informationen der Tageschau um die Firma "Asgaard German Security Group" und "Experten warnen vor einem Blutbad" ist da zu lesen. Dahinter steckt wahrscheinlich nicht viel, hauptsächlich die übliche Blut- und Skandalgier der Medien. In einschlägigen ("gut unterrichteten" sagt man glaube ich) Foren ist im Zusammenhang mit Asgaard seit langem viel von "Luftnummern" zu lesen. Das interessiert die Presse natürlich wenig, da man ja so um die tollen Schlagzeilen kommen würde.

Söldner sind einfach so schön gruselig, dass die Medien sie glatt erfinden, wenn sie mal nicht zur Hand sind.

Was ist also mit Asgaard? Anscheinend eine dumme Pressemitteilung, auf die sich alle ganz begeistert gestürzt haben. Möglicherweise hat ja tatsächlich irgend so ein selbst ernannter Präsident weltweit Söldnerfirmen angemailt hat und dann nach unendlich vielen Absagen aus Deutschland eine Zusage erhalten. Dann musste besagte Firma aber leider feststellen, dass sie mit dem falschen Präsidenten im Gespräch war und dass dies der Bundesregierung nicht gefallen könnte. Hätte man da nicht vorher zumindest kurz in der Wikipedia nachschauen können?

Außerdem bin ich nun mal Historiker, und so gesehen kann ich den Gedanken nicht ganz vermeiden, dass man einer deutschen Firma mit Namen Asgaard ohnehin nicht viel zutrauen darf. Wäre ein schöner Name für eine SS-Division gewesen, würde auch für eine Fascho-Rockgruppe taugen, aber eine nur am Rande seriöse deutsche Security-Firma sollte so was meiden. Das nur am Rande.

Samstag, 31. Oktober 2009

Executive Outcomes

Eine polemische aber dennoch vollkommen angebrachte Rezension zu Eeben Barlows Buch und dem Einsatz von Executive Outcomes in Sierra Leone findet man hier.

Der Autor verweist ausführlich auf die Gräueltaten in Sierra Leone, auf das Stillschweigen oder die stille Teilhaberschaft der UN, die beschämende Politik der Clinton-Regierung. Man sollte vielleicht noch ergänzend anfügen, dass sich die Clinton-Regierung vor allem deshalb gegen Executive Outcomes einsetzte, um eigene Security-, Bergbau- und Ölfirmen in Afrika zu fördern.

Zu meiner kompletten Zufriedenheit wird dann auch noch auf die schlampige und von billigen Vorurteilen bestimmte Berichterstattung in der Presse verwiesen. Fakten interessieren da wenig, Söldner müssen einfach böse, böse sein und für sinistre Kapitalinteressen morden.

Mehr zum Thema in meinem alten Artikel über Executive Outcomes in Sierra Leone.

Samstag, 24. Oktober 2009

Gurkhas gegen Piraten

Die spanische Zeitung El Pais berichtete in diesen Tagen, dass die britische Firma Minimal Risk für den Schutz spanischer Fischereischiffe sorgen soll, allerdings nur wenn diese unter anderer Flagge fahren. Direktor der Firma ist Bob Cole, der 27 Jahre in den britischen Streitkräften diente, u.a. bei der SAS. 2003 gründete er dann Minimal Risk.

Um günstig anbieten zu können, vermittelt Minimal Risk anscheinend vorwiegend Gurkhas, die vorher in der britischen Armee gedient haben. Die Löhne sind dann auch nicht so, wie es zum Teil aus dem Irak berichtet wird. Auf der Website http://www.gurkhas.com werden die Monatsgehälter so beschrieben:
1.842 Pfund (2022 Euro) für Offiziere
1.560 Pfund (1.712 Euro) für Superviser
1.370 libras (1.504 Euro) für Sicherheitspersonal
Dazu kommen nach 5 Monaten Dienst ein Monat Urlaub in Großbritannien und noch mal 650 Pfund monatlich (713 Euro) während des Einsatzes.

Ganz nebenbei finde ich es natürlich mal wieder bezeichnend, dass nun Söldner aus der 3. Welt europäische Fischereischiffe vor Piraten aus der 3. Welt beschützen, damit diese dort in Ruhe die letzten Thunfische für die Sushibars abräumen können

Dienstag, 13. Oktober 2009

Söldner und Pharisäer

Im Kampf gegen die Piraten vor der somalischen Küste setzen jetzt anscheinend auch spanische Fischereiunternehmen auf Söldnerdienste. Da der Einsatz von Söldnern aber in Spanien verboten ist, sollen diese nur Schiffe begleiten, die unter ausländischen Billigflaggen fahren, was auf die meisten zutreffen dürfte. Bei den Söldnern handelt es sich um ehemalige britische Soldaten, also wahrscheinlich die Angestellten einer britischen Firma.

Inzwischen ist aber in spanischen Zeitungen zu lesen, dass die Vertreter der spanischen Thunfischflotte, die allein 1.500 Fischer vor Somalia hat, den Schutz der Söldner ablehnt und statt dessen fordert von der eigenen Marine beschützt zu werden. Dabei geht es natürlich nicht um moralische Bedenken, sondern schlicht und einfach darum, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Die Kosten der Söldner müssten die privaten Firmen übernehmen, die der Marinesoldaten dagegen der Steuerzahler.

Wie der Streit auch ausgehen mag, so ist doch klar, dass die Dienste von Söldnern am Horn von Afrika zunehmend gefragt sind. Und wie so oft werden bei genauerer Betrachtung kaum moralische Mängel an den Söldnern selbst sichtbar, sondern an den Systemen, die sie beschäftigen.

Die westlichen Staaten können sich nun mal leider nicht dazu entschließen, Piraten wie Bankräuber zu behandeln, wollen aber dennoch nicht beraubt werden. Das heißt, wir sind inzwischen so pazifistisch, dass wir Piraten bestenfalls mit Wasserwerfern zu vertreiben versuchen oder eben mit Geld bestechen. Dummerweise wird das Problem dadurch nur größer, und so braucht man schließlich jemand, der zumindest theoretisch bereit ist sich die Hände dreckig zu machen. Wenn dann tatsächlich mal ein wenig geschossen werden sollte, können wir alle sagen, wir haben damit absolut nichts zu tun, das waren finstere Söldner im Dienst irgendwelcher multinationaler Reedereien.

Sonntag, 13. September 2009

Bilder von Executive Outcomes

Eine Menge guter Bilder von Executive Outcomes findet man hier

leider ist der Internetseite nicht zu entnehmen, wer sie zu welchem Zweck ins Netz gestellt hat. Anscheinend handelt es sich um ein versehentlich ungeschütztes Verzeichnis. Wen’s also interessiert, der sollte sich die Sachen am besten schnell runterladen.

Die Bilder sind ganz offensichtlich von Beteiligten der Einsätze in Angola und später in Sierra Leone.

Montag, 7. September 2009

Söldner-Skandal in Afghanistan

Die Welt hat mal wieder einen Söldner-Skandal. Durch Presse und Internet kursieren eine ganze Serie von Schnuddelfotos, die ein Mitglied der US-Botschaft in Kabul aufgenommen hat. Es handelt sich dabei angeblich um Personal der Firma ArmorGroup. Acht Mitarbeiter sollen bereits gefeuert worden sein, zwei haben selbst gekündigt.



Die Party überrascht mich ehrlich gesagt genauso wenig wie der Totenkopf-Skandal bei der Bundeswehr. Eben Männer unter sich beim Stressabbau. Etwas bedenklich ist dagegen, mit welcher Naivität sich diese Leute immer wieder bloßstellen. Dabei müsste man doch wissen wie schnell heute solche Fotos bei Youtube landen.

Montag, 31. August 2009

Söldner als Nebelwand

Zu Zeit ist wieder einmal Blackwater mächtig in den Schlagzeilen. Die Firma soll von der CIA für Mordaufträge angeheuert worden sein. Dabei kommen dann auch wieder viele alte Vorwürfe bezüglich Erschießungen, Folterungen und sogar Kinderprostitution im Irak aufs Tablet.

Das mag ja alles seine Berechtigung haben und der gute Herr Prince ist sicher eine äußerst dubiose Figur. Mich stört an dem ganzen Rummel jedoch, dass sich die Presse wie üblich auf die finsteren Machenschaften der "Söldner" einschießt. Anscheinend wird die Schlagzeile dadurch einfach schöner .

Manche Leute erinnern sich vielleicht noch an die Iran-Contra-Affäre, die 1987 Präsident Reagan wahrscheinlich das Amt gekostet hätte, wenn nicht der gute Oliver North die Schuld auf sich genommen hätte. Trotzdem änderte sich vieles: Das Parlment übte zunehmend seine Kontrollfunktion aus, und die CIA durfte keine Privatkriege mehr führen, wie noch in den guten alten Zeiten des Vietnamkrieges und auch keine Mordaufträge mehr erteilen.

Kein Wunder, dass sich da einige gute Patrioten Gedanken machten und damit begannen einige der Dienste auszulagern – "Outsourcing" nennt man das heute. Einige übereifrige Kreuzzügler wie Erik Prince oder Cofer Black machten sich angeblich selbstständig, arbeiteten dann aber als "Blackwater" munter weiter für das Pentagon und die CIA.

Tja und heute steht dann der Privatmann Erik Prince vor dem Untersuchungs-ausschuss. Wie sich die Bilder doch gleichen! Die Regierung hat mit der ganzen Geschichte nur noch sehr bedingt was zu tun und wird auch keinen Ollie North mehr benötigen.

Wie bei den Folterungen im Ausland geht es bei den Einsätzen der PMC also im wesentlichen darum die demokratischen Kontrollinstanzen zu umgehen; mit Söldnern hat das Ganze nichts zu tun, eher im Gegenteil. Denn wenn man sich wie die "kritische" Presse auf die Söldner konzentriert, lenkt man vom eigentlichen Problem nur ab, dass hier jenseits der parlamentarischen Kontrolle Exekutivorgane aufgebaut werden.

Man sollte hier vielleicht mal an einen großen Chemiekonzern denken, der eine bestimmte äußerst giftige aber auch wichtige Substanz nicht mehr herstellen darf. Nun gründet er irgendwo in der Dritten Welt eine scheinbar selbständige Firma und produziert dort munter weiter. Falls diese Geschichte ans Licht käme, würde wohl kaum jemand an diese vorgetäuschte Autonomie – d.h. an das Märchen mit den Söldnern - glauben, sondern versuchen den Mutterkonzern zur Verantwortung zu ziehen.

Montag, 27. Juli 2009

Domino Harvey

Gestern habe ich mir (leider) den Film "Domino" mit Keira Knightley in der Hauptrolle der superharten Kopfgeldjägerin angetan. Zu meiner Entschuldigung muss ich anführen, dass so etwas bei mir zu den Hausaufgaben zählt.

Zu Domino Harvey hatte ich außerdem schon vor Jahren (d.h. 2005) Material gesammelt, als ich noch dachte, dass Frauen in dem Geschäft vielleicht mal ein nettes Thema sein könnten. Später habe ich dann gemerkt, dass dies zumindest im aktuellen Bereich sehr schnell im Mythos endet.

Tochter eines Schauspieler und eines Supermodels war Domino – benannt der der Figur in James Bond - sicher ein verzogenes Kind. Nachdem sie mehre Schulen abgebrochen hatte, versuchte sie ihr Glück zunehmend in Sparten, die mehr Kick, mehr Adrenalin versprachen. Zuerst hatte sie einen Nachtclub in London, dann arbeitete sie auf einer Ranch bei San Diego und anschließend bei der Feuerwehr an der mexikanischen Grenze. Da die Feuerwehr von Los Angeles sie aber nicht in Dienst nehmen wollte und möglicherweise auf der Suche nach härterem Stoff, began sie eine Karriere als Kopfgeldjägerin. Ihr Lehrer wurde Ed Martinez, ein Vietnam Veteran und ehemaliges Gang-Mitglied.

Als eine der ganz wenigen Frauen in dem Gewerbe, wurde sie schnell populär, und schließlich wurde ihr Leben sogar verfilmt. Domino konnte sich das fertige (von der Action-Handlung frei erfundene) Produkt leider nicht mehr ansehen. Sie starb kurz davor am 27 Juni 2005 an einer Überdosis. Das Adrenalin hatte ihr nicht mehr gereicht, sie hatte zunehmend, Speed, Koks und Heroin konsumiert.

Ihr ehemaliger Mentor, der natürlich nicht wie im Film gestorben war, sagte: "Mostly coke, sometimes speed. I did heroin with her occasionally. There was so much opportunity. You break down the door, arrest someone, they've got drugs. Well, you're going to get paid there too."

Donnerstag, 18. Juni 2009

Executive Outcomes

Einige interessante Bilder von Executive Outcomes - sozusagen der "Mutter" aller modernen Söldnerfirmen - findet man auf der Seite eines Verlages, wo das Buch von Eeben Barlow "Against all Odds" präsentiert wird. Barlow war 1990 einer der Gründer von Executive Outcomes und ist auch heute noch im Security-Bereich tätig.

Mehr dazu in unseren Artikeln:
Executive Outcomes
Blood Diamond