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Montag, 16. Mai 2011

Söldner, die keine waren

In einigen (meist glorifizierenden) Büchern über Söldner findet man das Gedicht von Alfred Edward Housman "Epitaph on an Army of Mercenaries".

These, in the day when heaven was falling,
The hour when earth's foundations fled,
Followed their mercenary calling,
And took their wages, and are dead.

Their shoulders held the sky suspended;
They stood, and earth's foundations stay;
What God abandoned, these defended,
And saved the sum of things for pay.

Das ist natürlich schon was. Die Söldner, die retteten, was selbst Gott längst aufgegeben hatte, die ehrenhaft für Geld gestorben sind.
Was gerne dabei übersehen wird ist, dass Housman eigentlich gar keine "Söldner" meinte, sondern sich auf das britische Expeditionskorps bezog, das unter furchtbaren Verlusten 1914 entscheidend dazu beigetragen hatte den deutschen Vormarsch in Flandern aufzuhalten.
Da es sich bei der britischen Armee zu dieser Zeit noch um eine Berufsarmee handelte, war es in der deutschen Presse üblich, die Soldaten als "Söldner" zu diffamieren, da sie ja angeblich nicht von so edlen Motiven beseelt waren wie die deutschen Kriegsfreiwilligen, die man bei Langemarck verheizte.

Samstag, 22. Januar 2011

Kongo Didi

Ich habe gerade durch Zufall einen alten Film von Blödel Didi Hallervorden entdeckt: Didi und die Rache der Enterbten (1985)

Die besten Szenen sind auch bei Youtube zu finden. Didi mimt hier den Komü. Wenns auch mit dem Söldnerleben wenig zu tun hat, so zeigts doch einiges davon, was man sich einst so drunter vorstellte. Populäre Mythen.

Sonntag, 28. Februar 2010

Roms Untergang

Seit kurzem geistern mal wieder Dekadenz und Niedergang des Römischen Reichs durch die Medien. Außenminister Westerwelle hat kritisch darauf verwiesen und irgendwie eine Verbindung zwischen Hartz-IV-Empfängern und römischem Plebs gezogen, der auch nicht mehr arbeiten wollte und statt dessen mit Brot und Spielen bei Laune gehalten werden musste.

Allerdings ist das Römische Imperium nicht an seinen faulen Plebejern zugrunde gegangen, sondern weit mehr an den Superreichen, die weder Steuern entrichteten noch dem Militärdienst nachkamen.

In dem Artikel zum Übergang von der Wehrpflicht zum Söldnerdienst in Rom kann man nachlesen, wie sich die Mächtigen zuerst den "ager publicus" als Latifundien unter den Nagel rissen; die römischen Bauern, militärisch das Rückgrat der Legionen, wurden damit gezielt ruiniert. Tja und so musste man schließlich auf Söldner setzen, da es ja kaum noch Bauern gab. Diese Söldner funktionierten auch sehr gut, so lange man sie mit der Beute der Eroberungen bezahlen konnte. Erst als man keine Beute mehr machen konnte (die Superreichen bezahlten ja keine Steuern), ging dann alles vor die Hunde.

Es ging also darum den faulen Plebejern das Brot wegzunehmen, sondern viel mehr den Superreichen ihre Latifundien, um diese an potentielle Bauern zu verteilen. Und genau dies versuchten ja viele Reformer immer wieder zu tun – allerdings mit sehr mäßigem Erfolg.

Herr Westerwelle und seine Klientelpartei sind meiner Ansicht nach nun wieder fleißig dabei dafür zu sorgen, dass die Reichen noch reicher werden und noch weniger Steuern bezahlen. Mehr kann man Geschichte kaum verdrehen.

Außerdem war der römische Pöbel nie dekadent, dazu ging es ihm immer viel zu schlecht; richtig dekadent und moralisch absolut verkommen war dagegen die winzig kleine Oberschicht, die praktisch allen Wohlstand an sich gerissen hatte.

Samstag, 8. August 2009

Iron Sky

Einer meiner momentanen Lieblingsclips auf Youtube.



Hat zwar auf den ersten Blick wenig mit Söldner zu tun. Aber letzten Endes doch eine Menge mit den dunklen Mythen, die sich um Nazi Wissenschftler und ihre Wunderwaffen ranken. Ernst zu nehmende Konspirationen für ein IV. Reich gabs sicher kaum, dafür aber jede Menge ehemaliger Wissenschaftler, die sich weltweit verdingten.

Siehe den Artikel Operation Paperclip.

Dienstag, 14. Juli 2009

Wunderwaffe Langbogen

Bei der Beschäftigung mit den Plattenpanzern der "Weißen Kompanie" bin ich bei Youtube auf eine hervorragende fünfteilige Doku zum Einsatz der Bogenschützen in der Schlacht bei Agincourt (1415) gestoßen.

Es erfüllte mich tatsächlich mit einer nicht ganz geringen Befriedigung dort zu hören, was ich eigentlich schon vor Jahren in meinem Artikel "Die englischen Bogenschützen - Legenden um eine Wunderwaffe" geschrieben habe. Vor allem deshalb, da ich damals eine Menge böser mails empörter Bogenschützen oder deren Fans erhalten habe.

Die Doku setzt sich nun ausdrücklich gegen solche Legenden wie "Wunderwaffe Langbogen" oder "Maschinengewehre des Mittelalters" zur Wehr. Ausdrücklich wird der Kostenfaktor der Bogenschützen hervorgehoben: "They were there, because they were cheap, not because of their skill".

Und im 3. Teil werden dann die berühten Bodkinspitzen an den damals neuartigen Stahlplatten getestet. Mit dem Resultat: "There is no way it would have gone through french armour."

Der wesentliche Grund des englischen Sieges liegt nach der Dokumentation darin, dass bei Angincourt eine bezahlte Berufsarmee (Söldner eben) von einer undisziplinierten Masse ruhmsüchtiger, rivalisierender Adliger angegriffen wurde.

Und hier muss man meiner Ansicht nach eben auch die englischen Bogenschützen sehen. Als tapfere Profis, die sich einem numerisch aber auch in der Bewaffnung überlegenen Gegner stellten, und die Ruhe bewahrten. Mit Dolchen und Hämmern sollen sie schließlich die meisten französischen Ritter getötet haben.

Freitag, 10. Juli 2009

Falls mal jemand ins Museum kommt

In vielen Museen kann man ein Bild finden, auf dem eine mehr oder weniger nackte Frau (Bathsheba) bei ihrer Toilette zu beobachten ist und im Hintergrund am Fenster oder auf dem Balkon als Spanner König David. Cranach, Rubens, Rembrandt, Moreau, Cezanne, fast alle mit Rang und Namen in der Kunstgeschichte haben sich an diesem Thema versucht.

Bathsheba war die schöne Frau des Hethiters Uriah, der König David als Söldner diente. Während ihr Gatte die Feinde des Königs bekämpfte, wurde Bathsheba von David beim Bad beobachtet (die meisten Künstler scheinen der Ansicht zu sein, dass sie dies mit voller Absicht arrangiert hatte). Der König befahl sie anschließend zu sich und schlief mit ihr. Um die folgende Schwangerschaft zu vertuschen, ließ er Uriah an den Hof kommen. Er hoffte, dass dieser während des Fronturlaubs mit seiner Frau schlafen und das Kind dadurch für sein eigenes halten würde. Uriah hielt sich jedoch (Kommiskopf der er war) an die Regel, die Enthaltsamkeit während eines Feldzuges vorschrieb.

Da er Urija die Schwangerschaft nicht unterschieben konnte, schickte ihn David an die Front zurück. Er gab ihm aber ein Schreiber an den Oberbefehlshaber mit, in dem er diesem befahl beim nächsten Treffen alle Krieger überraschend zurückzuziehen und Urija dem Feind zu überlassen. Dieser Befehl wurde dann auch ausgeführt und Urija fand allein kämpfend den Tod.

Etwas später machte machte David Bathsheba dann zu seiner Frau; d.h. zu einer davon. Da Gott jedoch verständlicherweise auf David zornig war, ließ er (unverständlicherweise) Bathshebas Kind kurz nach der Geburt sterben. Irgendwie erwischt es eben immer die Falschen; vielleicht sollte man diese Lösung auch mal in der Abtreibungsdebatte anführen. Als Gott dann wieder versöhnt war, bekam Bathsheba noch einmal ein Kind von David, und dieses war nun der später berühmte König Salomon.

Eine uralte Geschichte also um Verrat, Betrug, Schuld und Sühne. Während die Betrüger und Ehebrecher aber ungestraft davonkommen, trifft die unbarmherige Faust Gottes das unschuldige Kind und den treuen Söldner Uriah.

Dienstag, 10. März 2009

Ein Lieblingsbild

Auf die Gefahr hin, dass mich nun einige Leser für einen verkappten Romantiker mit schlechtem Kunstgeschmack halten möchte ich hier eines meiner ersten (ist schon lange her) Lieblingsbilder zum Thema Söldner vorstellen.
Es ist von dem relativ bekannten Fantasy-Illustrator Rodney Matthews und trägt den Titel "Another Time, Another Place". Vor der Ruine von Big Ben sieht man die Rolling Stones - anscheinend haben sie irgendwie den Atomkrieg überlebt oder sonst einen größeren Zeitsprung gemacht - als Wegelagerer und Halsabschneider. Kurz und gut, sie repräsentieren die Quintessenz einer Söldnertruppe.

Bevor mich allzuviele mails erreichen, warum ich denn so was mag:
Erstens habe ich ein Faible für Kitsch. Zweitens denke ich, dass das Ambiente einer solchen Truppe recht gut getroffen ist. Und last not least nimmt das Bild viel vorweg, was dann mit den Herr-der-Ringe-Filmen groß in Mode kam. Der große Unterschied ist nur, dass Matthews seine Helden nicht besonders ernst nimmt. Letzten Endes ist es ein ironisches Bild.