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Montag, 16. Mai 2011

Söldner, die keine waren

In einigen (meist glorifizierenden) Büchern über Söldner findet man das Gedicht von Alfred Edward Housman "Epitaph on an Army of Mercenaries".

These, in the day when heaven was falling,
The hour when earth's foundations fled,
Followed their mercenary calling,
And took their wages, and are dead.

Their shoulders held the sky suspended;
They stood, and earth's foundations stay;
What God abandoned, these defended,
And saved the sum of things for pay.

Das ist natürlich schon was. Die Söldner, die retteten, was selbst Gott längst aufgegeben hatte, die ehrenhaft für Geld gestorben sind.
Was gerne dabei übersehen wird ist, dass Housman eigentlich gar keine "Söldner" meinte, sondern sich auf das britische Expeditionskorps bezog, das unter furchtbaren Verlusten 1914 entscheidend dazu beigetragen hatte den deutschen Vormarsch in Flandern aufzuhalten.
Da es sich bei der britischen Armee zu dieser Zeit noch um eine Berufsarmee handelte, war es in der deutschen Presse üblich, die Soldaten als "Söldner" zu diffamieren, da sie ja angeblich nicht von so edlen Motiven beseelt waren wie die deutschen Kriegsfreiwilligen, die man bei Langemarck verheizte.

Dienstag, 30. Juni 2009

Green-Card Soldaten

Eine Reportage über "Green-Card Soldiers", Soldaten der US-Army, die keine Staatsbürgerschaft haben und versuchen über den Militärdienst schneller an die notwendigen Papiere zu kommen.

Mehr dazu auch in unserem Artikel "Immigranten an die Front".

Donnerstag, 26. März 2009

Draft Riots

Wenn über die Unzuverlässigkeit von Söldnern schwadroniert wird, muss meistens auch frei nach Machiavelli der begeisterte freiwillige Patriot herhalten. Das Dumme ist nur, dass die Freiwilligen oft gar nicht so freiwillig waren. Zu Recht vermuteten Sie, dass hauptsächlich die ihre Haut zu Markte tragen sollten, die wenig zu gewinnen hatten.

Auf dem Bild hier sieht man wie sich die Nationalgarde 1917 in den USA auf den Ansturm der "Freiwilligen" vorbereitet. Man hatte die so genannten "Draft Riots" noch in guter Erinnerung.

Zu den Draft Riots war es im Juli 1863 in New York gekommen, als man damit begonnen hatte das Kanonenfutter für den Bürgerkrieg hauptsächlich unter den armen Einwanderern zu rekrutieren. Die besseren Schichten, in deren Interessen der Krieg ja geführt wurde, konnten sich für 300$ pro Kopf freikaufen. Die blutigen Aufstände konnten erst nach massivem Militäreinsatz niedergeschlagen werden.

Die Zwangsrekrutierungen und die dadurch ausgelösten Unruhen sind auch der historische Hintergrund zu dem Film "Gangs of New York". Man sieht hier schön wie die gerade angekommenen Einwanderer an die Front geschickt werden, während das Bürgertum am Krieg hervorragend verdient.