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Montag, 23. Juli 2012

Söldner auf deutschen Schiffen werden legalisiert

Das Bundeskabinett verabschiedete letzte Woche ein Gesetz, das den Einsatz von Söldnern auf deutschen Schiffe erlaubt.
Damit werden längst bestehende Zustände endlich legalisiert. Seit einiger werden viele Schiffe von Söldnern geschützt, allerdings gehen die erst außerhalb problematischer Hoheitsgebiete an Bord, oder die Schiffe fahren gleich unter anderen Flaggen.
mehr dazu

Montag, 16. April 2012

Wie Söldner somalische Piraten jagen

Ein Artikel mit Video bei Spiegel-Online zeigt, wie Söldner einen Piratenangriff vor der somalischen Küste abwehren.

Recht interessant ist aber vor allem Dingen, dass der Artikel einräumt, dass Söldner anscheinend inzwischen als das einzige brauchbare Mittel gegen Piraten erachtet werden.

Dienstag, 24. November 2009

Brutstätten der Piraterie

Vor einigen Tagen beschäftigte ich mich mal wieder mit der Geschichte der Vitalienbrüder, das heißt mehr ihren Restbeständen, die nach dem Verlust von Gotland als Likedeeler in der Nordsee ihr Auskommen suchten. Dort fanden sie Unterschlupf, Rekruten und Hehler bei den friesischen Häuptlingen. Von diesen sicheren Basen aus beraubten sie dann die vorbeifahrenden Schiffe.

Diese schöne Karte aus der Wikipedia verdeutlicht wie sich die Likedeeler in dem zersplitterten Küstengebiet festsetzen konnten. Dazu muss man noch beachten, dass weiter im Hinterland die Grafen von Oldenburg, die Hanse und die Wittelsbacher in Holland miteinander im Streit lagen.

Interessant wird die Sache aber wenn man die Karte mit einer aktuellen von Somalia vergleicht. Das Land ist ähnlich zerfallen (die Karte hier vereinfacht die Situation gewaltig), andere Mächte versuchen von außen einzugreifen und die lokalen Warlords leben gut vom Handel vor ihrer Küste.

Samstag, 24. Oktober 2009

Gurkhas gegen Piraten

Die spanische Zeitung El Pais berichtete in diesen Tagen, dass die britische Firma Minimal Risk für den Schutz spanischer Fischereischiffe sorgen soll, allerdings nur wenn diese unter anderer Flagge fahren. Direktor der Firma ist Bob Cole, der 27 Jahre in den britischen Streitkräften diente, u.a. bei der SAS. 2003 gründete er dann Minimal Risk.

Um günstig anbieten zu können, vermittelt Minimal Risk anscheinend vorwiegend Gurkhas, die vorher in der britischen Armee gedient haben. Die Löhne sind dann auch nicht so, wie es zum Teil aus dem Irak berichtet wird. Auf der Website http://www.gurkhas.com werden die Monatsgehälter so beschrieben:
1.842 Pfund (2022 Euro) für Offiziere
1.560 Pfund (1.712 Euro) für Superviser
1.370 libras (1.504 Euro) für Sicherheitspersonal
Dazu kommen nach 5 Monaten Dienst ein Monat Urlaub in Großbritannien und noch mal 650 Pfund monatlich (713 Euro) während des Einsatzes.

Ganz nebenbei finde ich es natürlich mal wieder bezeichnend, dass nun Söldner aus der 3. Welt europäische Fischereischiffe vor Piraten aus der 3. Welt beschützen, damit diese dort in Ruhe die letzten Thunfische für die Sushibars abräumen können

Dienstag, 13. Oktober 2009

Söldner und Pharisäer

Im Kampf gegen die Piraten vor der somalischen Küste setzen jetzt anscheinend auch spanische Fischereiunternehmen auf Söldnerdienste. Da der Einsatz von Söldnern aber in Spanien verboten ist, sollen diese nur Schiffe begleiten, die unter ausländischen Billigflaggen fahren, was auf die meisten zutreffen dürfte. Bei den Söldnern handelt es sich um ehemalige britische Soldaten, also wahrscheinlich die Angestellten einer britischen Firma.

Inzwischen ist aber in spanischen Zeitungen zu lesen, dass die Vertreter der spanischen Thunfischflotte, die allein 1.500 Fischer vor Somalia hat, den Schutz der Söldner ablehnt und statt dessen fordert von der eigenen Marine beschützt zu werden. Dabei geht es natürlich nicht um moralische Bedenken, sondern schlicht und einfach darum, wer am Ende die Rechnung bezahlt. Die Kosten der Söldner müssten die privaten Firmen übernehmen, die der Marinesoldaten dagegen der Steuerzahler.

Wie der Streit auch ausgehen mag, so ist doch klar, dass die Dienste von Söldnern am Horn von Afrika zunehmend gefragt sind. Und wie so oft werden bei genauerer Betrachtung kaum moralische Mängel an den Söldnern selbst sichtbar, sondern an den Systemen, die sie beschäftigen.

Die westlichen Staaten können sich nun mal leider nicht dazu entschließen, Piraten wie Bankräuber zu behandeln, wollen aber dennoch nicht beraubt werden. Das heißt, wir sind inzwischen so pazifistisch, dass wir Piraten bestenfalls mit Wasserwerfern zu vertreiben versuchen oder eben mit Geld bestechen. Dummerweise wird das Problem dadurch nur größer, und so braucht man schließlich jemand, der zumindest theoretisch bereit ist sich die Hände dreckig zu machen. Wenn dann tatsächlich mal ein wenig geschossen werden sollte, können wir alle sagen, wir haben damit absolut nichts zu tun, das waren finstere Söldner im Dienst irgendwelcher multinationaler Reedereien.

Samstag, 21. März 2009

Piraten, Guantanamo usw

Endlich hat es die EU geschafft und Kenia mit viel Geld zur Aufnahme gefangener Piraten überredet. Die größte Angst der Piatenjäger war ja bislang die, dass die Piraten statt zu schießen Asyl beantragen könnten. Nach ersten Präzedenzfällen wären wahrscheinlich bald einige zigtausend Afrikaner als Piraten ins Mittelmeer eingefallen.

Als Historiker fragt man sich natürlich, wer hier mehr auf den Hund gekommen ist: die Piraten oder die Piratenjäger.
Nichts ist eben mehr wie früher. Das bemerkt man auch an den Gefangenen von Guatanamo, die nun ebenfalls irgendwo als Asylanten untergebracht werden sollen.

Vielleicht sieht die Zukunft des Kriegs ja so aus, dass eine riesige Armee armer Schweine angestürmt kommt und sich umgehend ergibt, dann aber nicht mehr nach Hause geht.

Echte Söldnerdienste müssen dann Länder wie Kenia leisten, bei denen man die Problemfälle dann unterbringen kann. Sie müssen natürlich ein Mindestmaß an Humanität garantieren, da wir ja sonst unsere Hände nicht weiter in Unschuld waschen können.


Hier mein momentaner Lieblingsclip zu den Themen Heldentum und Immigration.