Mittwoch, 2. Dezember 2009

Bob Denard

Bob Denard ist möglicherweise der berühmteste Söldner der jüngeren Geschichte. Obwohl viele seine Aktionen von ausgesprochenem Dilettantismus geprägt waren und er selbst als ziemlich finstere Gestalt gilt, schaffte er es letzten Endes doch sich ein eigenes Königreich zu erobern.

Bei dem ganzen Theater um den "Söldner" Denard sollte man jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass er praktisch alle seine Aktionen mit dem französischen Geheimdienst abgesprochen hatte. Im Gegensatz zu richtigen Geheimagenten bot er allerdings den Vorteil, dass man sich zur Not von ihm distanzieren konnte, wenn die Angelegenheit vor den UN zur Sprache kam.

Dennoch sollte man sich bei dieser Gelegenheit einmal überlegen, warum Leute, die ausschließlich im Dienst ihres Vaterlandes handeln als "Söldner" bezeichnet werden sollen. Eigentlich bedeutet dies doch nur, dass man die äußerst billigen Ausreden der offiziellen franzöischen Stellen geschluckt hat.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Der letzte Schweizer

Schweizer Waffen und Söldner kamen über Jahrhunderte in fremden Kriegen zum Einsatz. Noch kaum bekannt: 1801 gar in den Wüsten Afrikas.
Christoph Zürcher schreibt in der NZZ einen sehr launigen Artikel über das Schicksal des Schweizer Söldners Henderick Portenger.

Freitag, 27. November 2009

Der Löwe im Winter

Ich habe mir in den letzten Tagen gerade den Fernsehfilm Der Löwe im Winter (2004) angesehen. Sicher nicht absolut historisch dennoch um Längen besser als der ganze Historienkitsch aus Hollywood. Toll Glenn Close als alte verbitterte und immer noch intrigante Eleonore von Aquitanien.

Interessant ist der Film hier vor allem deshalb, weil in den zahlreichen Kriegen und Fehden von Henry II. und seinen Söhnen Söldner – die berüchtigten Brabanzonen – eine entscheidende Rolle spielten. Zu den bei Kriegsreisende behandelten Themen gehört natürlich auch die als selbstverständlich dargestellte homosexuelle Beziehung von Richard Löwenherz und König Philip von Frankreich.

Dienstag, 24. November 2009

Brutstätten der Piraterie

Vor einigen Tagen beschäftigte ich mich mal wieder mit der Geschichte der Vitalienbrüder, das heißt mehr ihren Restbeständen, die nach dem Verlust von Gotland als Likedeeler in der Nordsee ihr Auskommen suchten. Dort fanden sie Unterschlupf, Rekruten und Hehler bei den friesischen Häuptlingen. Von diesen sicheren Basen aus beraubten sie dann die vorbeifahrenden Schiffe.

Diese schöne Karte aus der Wikipedia verdeutlicht wie sich die Likedeeler in dem zersplitterten Küstengebiet festsetzen konnten. Dazu muss man noch beachten, dass weiter im Hinterland die Grafen von Oldenburg, die Hanse und die Wittelsbacher in Holland miteinander im Streit lagen.

Interessant wird die Sache aber wenn man die Karte mit einer aktuellen von Somalia vergleicht. Das Land ist ähnlich zerfallen (die Karte hier vereinfacht die Situation gewaltig), andere Mächte versuchen von außen einzugreifen und die lokalen Warlords leben gut vom Handel vor ihrer Küste.

Mittwoch, 4. November 2009

Spiegel "einestages" über Deutsche in der Fremdenlegion

Über Deutsche in der Fremdenlegion, exemplarisch dargestellt am Schicksal des Legionärs Horst Pahl.

Dienstag, 3. November 2009

Privatisierung des Krieges?

Hans Zippert macht sich so seine Gedanken.
Warum sollte man nicht jeden Waffengang ausschreiben?
Wenn sich die Taliban an das Vergabeverfahren halten, haben sie vielleicht ja eine Chance ... ;-)

Montag, 2. November 2009

Die Türken

Als ich mich mit der Söldnergeschichte der Türken beschäftigte, interessierte mich natürlich vor allem der Aspekt der Militärsklaven, überraschend fand ich dann wie durchlässig die Grenzen zwischen Christentum und Islam oft waren.
Interessant wäre es natürlich auch Parallelen zwischen türkischen und germanischen Militär- und Söldnerdiensten zu ziehen. Die Türken sind wie die Deutschen oft der Meinung ihre Vorfahren hätten das byzantinische oder eben das weströmische Reich erobert. Eigentlich war es in beiden Fällen aber mehr ein Solddienst über Jahrhunderte, der sie in die entscheidenden Positionen brachte.